Der neue Tag beginnt mit einem stetigen Aufstieg über den Gletscher. Mit jedem Schritt zieht sich die Spur höher, über weiten Firn, vorbei an Gletscherspalten und unter den elegant geformten Flanken der Pigne d’Arolla. Die Szenerie wirkt fast unwirklich: ein leuchtender Teppich aus Schnee, eingerahmt von schroffen Gipfeln und der kühlen Klarheit des Morgens.
Ob wir den Gipfel der Pigne d’Arolla selbst erreichen oder einen ihrer Vorgipfel, spielt kaum eine Rolle – der Blick von oben ist in jedem Fall überwältigend. Die Gebirgszüge des Wallis und der Haute Route breiten sich vor uns aus, eine weite, glitzernde Welt aus Eis und Fels. Ein paar tiefe Atemzüge, ein Schluck aus der Flasche, ein Lächeln – und dann beginnt die Abfahrt.
Die Abfahrt zieht sich in weiten Schwüngen über den breiten Gletscher hinunter. Der Schnee trägt, der Hang ist ideal geneigt, und die Spuren fliessen durch das hochalpine Gelände wie weisse Pinselstriche. Unten angekommen, wartet noch ein kurzer Gegenanstieg, der uns zur spektakulär gelegenen Cabane des Vignettes führt.
Die Hütte selbst ist ein Erlebnis: kühn auf einem Felskopf gebaut, thront sie hoch über den Gletschern – fast wie ein Adlerhorst, der über die weite, weisse Landschaft wacht. Der letzte Anstieg mag müde Beine fordern, doch der Anblick der Hütte und die Aussicht, die sich mit jedem Meter öffnet, machen alles wett.
In der Cabane des Vignettes geniessen wir den Abend inmitten einer grandiosen Gipfelkulisse. Die Fenster blicken weit hinaus über die Gletscher, die Stille ist tief, und das Gefühl, wieder einen bedeutenden Abschnitt dieser Reise geschafft zu haben, begleitet uns bis in die Nacht.